Dreiteilige Vortragsreihe von Richard David Precht

Den Sonntagmorgen nutzen meine Frau und ich in der Regel, um entspannt in den Tag zu starten. Gerne auch mit Nordic Walking oder Spaziergängen in der Natur im Münsterland. Gerade in der dunkeln Jahreszeit, wenn es draußen später hell wird, ist es wichtig auch etwas für unseren Geist tun.

Wie? Mit kurzweiligen, interessanten und zum Nachdenken anregenden Impulsvorträgen.

Was liegt da näher, als die dreiteilige Vortragsreihe von Richard David Precht.

Die Gesellschaft befindet in einem Struktur-Wandel und steht vor fundamentalen gesellschaftlichen Herausforderungen. Das Prinzip der Leistungsgesellschaft muss in naher Zukunft überdacht, neu definiert und umgesetzt werden. Der bisherige Arbeitsbegriff ist überholt und über das bedingungslose Grundeinkommen wird kontrovers diskutiert.

Precht widmet sich daher im ersten Vortrag dem komplexen Thema „Vielleicht nicht mehr für Geld“ und stellt das Konzept des „Verdienstes“ grundsätzlich zur Diskussion. Er geht davon aus, dass wir zukünftig weiterhin arbeiten gehen werden, möglicherweise nicht mehr für Geld. Kann das, das Ende der derzeitigen Leistungsgesellschaft sein?

Die „Förderung der Lust am Denken, Zukunft der Bildung“ widmet sich der Veränderung des Bildungsystems. Welche Veränderungen sind heute notwendig, um die Gesellschaft auf die Anforderungen von Morgen vorzubereiten? Precht geht davon aus, dass ca. eine Million Jobs wegfallen werden. Dies betrifft seiner Meinung nach viele Berufe im Bereich der Banken, Versicherungen und in der Autoindustrie.

Aus meiner Praxis kenne ich Bestrebungen dem Preiskampf in der Wirtschaftsprüfung mit Digitalisierung zu begegnen. Die Branche arbeitet an automatisierten Prüfprogrammen und Algorithmen, die das Buchungswerk nach Auffälligkeiten durchforsten. Wo früher noch Prüfungsassistenten am Werk waren, werden zukünftig automatische Programme die Arbeit erledigen.

„Über Geschichte und Pläne – Die Zukunft der Gesellschaft“

Precht stellt für die drei Bereiche Netzwerker, Coaches und Betreuer rosige Zeiten in Aussicht. Diese drei Bereiche werden die Gesellschaft im Wandel unterstützen. Seiner Meinung nach ist es jedoch seltsam, dass die Politik bisher keine Agenda zur Lösung dieser Situation habe.

In seiner einzigartigen Weise vermittelt er Sachverhalte, verknüpft sie bravourös mit Gesellschaftsentwicklung der Vergangenheit und entwirft Zukunftsvisionen. Er stellt streitbar scheinbar selbständiges in Frage und regt somit zum Nachdenken und zur kontroversen Diskussion an.

Titelbild: Photo by Simon Migaj on Unsplash