Brave New Work ? – Arbeit und Führung im digitalen Zeitalter

Nicht nur die Gesellschaft und unser Alltag werden durch die Digitalisierung geprägt, sondern auch unsere Arbeit. In den letzten Jahren sind neue Konzepte von Arbeit entstanden; Begriffe wie „Remote Work“, „Home Office“, „Job Sharing“ oder der bereits oft propagierte Begriff „Work-Life-Balance“ begegnen uns nun immer häufiger. Sie alle gehören zum „New Work“-Konzept. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine unerreichbare Utopie, oder eine von Technik dominierte Dystopie, sondern eine Chance die Arbeitswelt an unsere heutige Zeit und an den Lebensrhythmus von Menschen anzupassen.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „New Work“?

Das Konzept „New Work“ gehört zum gerade stattfindenden Veränderungsprozess in der Arbeitswelt: Der Arbeit 4.0. In diesem Prozess geht es auch besonders darum, die Rechte der Arbeitnehmer*innen zu schützen und gleichzeitig die Möglichkeit neuer digitaler und effizienterer Arbeitsprozesse zu nutzen. Als Teil dessen liegt der Fokus von „New Work“ auf dem arbeitenden Menschen. Diesen soll das Konzept Freiheit, Selbstbestimmung und Sinnhaftigkeit in seiner Arbeit vermitteln.

Eine Chance für Mitarbeiter*innen

Durch digitale Arbeitsprozesse sind Mitarbeiter*innen zunächst nicht an einen festen Arbeitsplatz im Büro gebunden sondern können prinzipiell von beinahe überall aus arbeiten. Es müssen einzig eine Internetverbindung, ein Laptop und ein Tisch zur Verfügung stehen. Diese Flexibilität ermöglicht das Arbeitsmodell des „Home Office“, oder des „Remote Work“. Davon können sowohl Familien, als auch Menschen profitieren, die ihren Lebensmittelpunkt in verschiedenen Ländern haben, oder solche, die sich gerne ungebunden auf der Welt bewegen. Ein weiterer Aspekt von Arbeit ist vorgeschriebene Arbeitszeit, in Deutschland meist eine 40-Stunden-Woche (https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article163791961/Warum-Start-ups-den-Acht-Stunden-Tag-beerdigen.html ). Doch auch dieses Modell kann modernisiert werden, zumal es viele gute Gründe und auch Belege dafür gibt, dass Produktivität nicht von den im Büro verbrachten Stunden abhängt, stattdessen aber durchaus von Tageszeiten und Motivation.

Health-Leadership und „New Work“

Diese Art von Arbeit klingt eindeutig nach Start-Up-Kultur und scheint auf den ersten Blick wenig mit traditionellen Betrieben zu tun zu haben. Doch sollten diese Strukturen keinesfalls nur als für Start-Ups umsetzbar angesehen werden. Viele namenhafte Unternehmen setzen bereits auf Home-Office oder ermöglichen ihren Mitarbeiterinnen kürzere Arbeitstage bei gleicher Bezahlung. Erfolgreich sind diese Unternehmen vor allem deswegen, weil sie ihre Mitarbeiterinnen als Individuen mit Bedürfnissen wahrnehmen und nicht nur als Ressource. Die Führungskräfte in diesen Unternehmen setzen sich bewusst für die psychische und körperliche Gesundheit ihres Teams ein, indem sie ihnen Freiheiten geben und die Möglichkeit sich als ein aktiver Part einer Gemeinschaft zu sehen, in der alle ein Ziel haben. Sie implementieren also sowohl „Health“ als auch „Leadership“ so in die Abläufe des Unternehmens, dass sich die Mitarbeiterinnen wertgeschätzt fühlen. Echtes „New Work“ in ein Unternehmen zu integrieren, bedeutet somit den Mut zu Veränderung und der Abweichung von bereits bekannten Pfaden. Es erfordert eine offene Kommunikation, die stetige Förderung von Mitarbeiterinnen, aktive Teilnahme der Führungskräfte an Meetings, Einhaltung von Regeln, Vertrauen und letztendlich Mut Fehler zu machen. Fehler sollten in diesem Kontext jedoch nicht als negativ betrachtet werden, sondern als Chance zu wachsen. Durch dieses Wachstum kann das Potential der Digitalisierung genutzt werden. So besteht zumindest die Chance die Arbeitswelt schrittweise zu einer schönen, gesunden, neuen Welt zu machen.

Titelbild: Photo by Markus Spiske on Unsplash